Akkordeon-Orchester 1934 Dietlingen hat "Tag des Akkordeons" ausgerichtet - Orchester und Solisten zeigten sich als hervorragende Botschafter ihres Instruments

Als hervorragende Botschafter ihres Instruments erwiesen sich die Akkordeonorchester und -solisten beim "Tag des Akkordeons" in Dietlingen. Das Konzert in der Mehrzweckhalle im Speiterling fand im Rahmen des 52. Bezirkstreffens des Bezirks Würm-Nagold im Deutschen Harmonika-Verband statt.
Dabei wurden gleichermaßen eindrucksvoll die Virtuosität der Musiker wie auch die musikalische Bandbreite des Instruments unter Beweis gestellt. "Dem Akkordeon haftete lange Zeit das abwertende Image eines Instrumentes an, mit dem man nur Schunkel-Lieder in Festzelten spielen kann", erklärt Heinz Lange, Vorsitzender des Bezirks Würm-Nagold, dem 63 Vereine angehören. Doch zunehmend gelinge es, deutlich zu machen, dass "das Akkordeon keine "Quetsch-Kommode" ist, sondern ein Instrument, dessen künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten es wert sind, gepflegt zu werden", so Lange weiter.
Den ersten der vier Konzertteile bestritt der Handharmonika Club Nufringen. Unter der Leitung seines Dirigenten Günther Stoll, der auch als Conférencier durch den Nachmittag führte, zeigte das Orchester die Möglichkeiten des "Akkordeons in der Kirche" auf. Mit ausgesuchten kleinen Stücken von Johann Sebastian und Johann Christian Bach und seltener aufgeführten Werken von Samuel Barber und César Franck bezauberten die Nufringer ihr Publikum. "Choral and Rockout" von Ted Huggens demonstrierte die gelungene Synthese von Kirchen- und Rockmusik.
Das Jugendorchester des Akkordeon-Vereins Schönaich mit Dirigent Wolfgang Ruß präsentierte sich als Botschafter von "Akkordeon modern". Neben "Hello Mr. Swing" und "Groovin' again" zählte auch ein Arrangement von "Back to the Sixties" aus der Feder von Wolfgang Ruß zur Programmfolge. Besondere Akzente im Bereich des "Akkordeons im Konzert" setzten das Schülerorchester der Harmonikafreunde Leonberg/Eltingen, geleitet von Maic Widmann, das Akkordeon-Orchester Stein unter Kurt Kasper und das erste Orchester des Harmonikavereins Holzgerlingen unter Dirigentin Heidrun Neugebauer.
"Ein großes Anliegen ist uns die Förderung der Jugendarbeit", erklärte Klaus Engelbach, Vorsitzender des "Akkordeon-Orchesters 1934 Dietlingen", das den Tag des Akkordeons ausrichtete. Der Dietlinger Verein gehört seit dem Bezirk Würm-Nagold seit dem vergangenen Jahr an und "leistet einen bemerkenswerten Beitrag in der musikalischen Jugendarbeit der Gemeinde", wie Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer in seinem Grußwort erklärte.
Welch hervorragende Möglichkeiten Ausdrucksmöglichkeiten das Instrument bietet, zeigten Thorsten Pesch, Manuela Maria Glock, Christine Herzog und Philipp Haag in ihren mitreißenden Solo-Präsentationen auf. Die vier jungen Leute im Alter von 16 und 17 Jahren haben bei den jüngsten Akkordeon-Wettbewerben vordere oder erste Plätze belegt und machten mit ihrem virtuosen Spiel hervorragende Werbung für das Instrument.




(1) Das 1. Orchester des Handharmonika-Clubs Nufringen unter der Leitung von Günther Stoll widmete sich dem musikalischen Thema "Das Akkordeon in der Kirche".

(2) Solist Philipp Haag aus Wildbad: Der 17-Jährige belegte beim letzten Landesmusiktag den ersten Platz in seiner Altersgruppe und schlug das Publikum in Dietlingen mit seinem ausdrucksstarken Spiel in Bann.

Text und Fotos: Schott