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Mit Lockerheit geht's leichter

Dozent Kurt Maas hat's beim Jazz-Workshop
des Akkordeon-Orchesters Rudersberg demonstriert


Ist gar nicht so einfach, mit dem schweren Akkordeon am Körper locker zu sein. Darum ging's aber beim Jazz-Workshop des Akkordeon-Orchesters Rudersberg mit dem Dozenten Kurt Maas in erster Linie: um Rhythmusgefühl, Swing, Spielfreude. Um Lockerheit, die zu Musik wird. Womit mancher mehr Mühe hatte als mit den Noten.

Jazz-Workshop des AO Rudersberg Recht locker ging's zu beim ersten Jazz-Workshop
des Akkordeon-Orchesters Rudersberg mit dem Dozenten Kurt Maas.


Kurt Maas, der Münchner Musik-Professor und -Verleger, ist ein Bär von Mann. Ein bemerkenswerter Anblick, wie dieser Riese den Workshop-Teilnehmern, die schwer an ihren Akkordeons zu tragen scheinen, mit schrägem Stöhnen vorsingt, wie „Musik zerfällt", um dann zu demonstrieren, wie es besser wird mit ein bisschen Swing, ein bisschen Lockerheit. Dann kommt Bewegung in den Bären, es schnippen seine Finger, kreiseln seine Hüften, und Maas schnallt sich das Akkordeon, das er zuvor locker auf den Knien trug, mit den Gurten fest um die Schulter. Um mehr Körpergefühl zu haben, wie er sagt.
Denn mit Körper, mit Kraft hat das Akkordeinspielen nun mal zu tun, nicht nur im Jazz. Es geht darum, den Balg zum Klingen zu bringen, und dies mit Luft. Der Bezug zur Atmung, zum Singen liegt da nahe.

Kurt Maas hat auch Filmmusik, etwa für Fassbinder, gemacht

Somit geht's in Maas' Jazzkurs gar nicht so sehr um Noten, sondern um das Gefühl des Spielers bei ihrer Produktion. Der Dozent, Komponist und Arrangeur Kurt Maas, der Filmmusik, etwa für Fassbinder, machte, hatte zunächst in Trossingen an der Hohner-Akademie studiert, war dann 38 Jahre am Münchner Konservatorium und baute dort die Jazzabteilung aus. Sein Workshop beginnt mit einem Warm-up, Fingerschnippen und Lockerungsübungen. Für Teilnehmer Wolfgang Fleischmann aus Birkmannsweiler eine ganz neue Erfahrung: „Ich habe gelernt, wie viel Musik mit Rhythmusgefühl zu tun hat und dass es diese starke Beziehung zwischen Spielen und Singen gibt." Ähnlich ging's auch dem Rudersberger Vereinsvorstand Klaus Millerferli: „Das fand ich gut, dass es erst mal nur um Groove und Gefühl ging." Da schwand dann auch schon mal die Angst vor der Improvisation und davor, sich zu blamieren.
Denn ein bisschen Solo will Maas irgendwann schon von seinen Schülern. „Würde mich freuen, wenn sich jetzt einer mal zu improvisieren traute!" Was ja nichts Schweres sei, da es „in der Improvisation eh keine falschen Töne gibt". Wenn einer mal wehtue, müsse er halt „aufgelöst" werden.
Wie das geht, macht Maas vor.
Und dann wird es spannend im Obergeschoss des Alten Rathauses. Über zwei Mollakkorde geht's richtig zur Jazz-Sache. Eine Dame hat sich auf Maas' Geheiß hinters Schlagzeug gesetzt („Wir brauchen einfach ein bisschen Becken, bitte! "), die Bass-Akkordeons brummen ihre langzüngige Bassbegleitung, Maas zwitschert „blue notes" dazu, schaut dann jemand an und gibt ihm ein Zeichen, loszulegen mit ein bisschen Fünfton-Fantasie, und falsche Töne, die es ja eh nicht gebe, aufzulösen. Was sich mancher mehr, mancher weniger traut.
Aber swingen tun sie alle. Sitzen da, mehr oder weniger locker, lassen die Füße im Takt mitwippen und die Quetschen zwitschern wie Singvögel am frühen Morgen.
Und mancher, der beim Solo nicht recht zu Potte kam, taut in der Singrunde richtig auf. Als Maas reihum geht, jeden mit Scat-Silben ansingt und eine gesungene Replik erwartet. Für viele eine leichtere Übung als die Impro auf dem Instrument.


Neun Rudersberger

  • Am ersten Jazz-Workshop des Akordeon-Orchesters Rudersberg mit dem Münchner Hochschul-Dozenten und Musikverleger Kurt Maas nahmen 25 Leute teil. Sie stammten aus den drei Akkordeon-Orchestern, die der Rudersberger Dirigent Arno Hubbrich leitet: Rudersberg, Birkmannsweiler und Welzheim. Neun Akkordeonisten aus Rudersberg waren dabei.
  • Der Workshop im Alten Rathaus fand anlässlich von Arno Hubbrichs 50. Geburtstag statt, außerdem gab's ein Konzert in der Gemeindehalle am Freitag, wo auch Kurt Maas mitspielte.



Quelle: WKZ, vom 08.06.2009

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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de