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HOU-Gipfelstürmer erfolgreich aus Prag zurück

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Zum zweiten Mal fand 2002 in Prag das Europäische Akkordeonorchester Festival statt. Diesem Wettbewerb, und zwar in der Kategorie Klassische Musik "Höchststufe", stellte sich dieses Jahr auch das Harmonika-Orchester Uhingen.

Das Harmonika-Orchester Uhingen auf Wertungsspielreise in Prag
Das Harmonika-Orchester Uhingen auf Wertungsspielreise in Prag

Nach zahlreichen, kräfteraubenden Proben, jedoch mit nicht allzu großen Erwartungen, harrten wir der Dinge, die da kommen sollten und starteten am Freitag, dem 22. März, frühmorgens um 6 Uhr Richtung Prag. Die Stimmung im Bus war zunächst noch etwas verschlafen, doch je näher wir dem Ort Pilsen, unserem ersten größeren Aufenthalt, kamen, wuchs die Freude auf die bevorstehende Brauereibesichtigung mit Bierprobe. Nach dem Mittagessen ging es frisch gestärkt zur Brauerei und in den Gewölbekellern bei der Bierprobe erwachten dann vollends die Lebensgeister und die Truppe war jetzt ganz schön munter. Nach weiteren drei Stunden Fahrt erreichte der Bus gegen 18 Uhr endlich unser Hotel am Stadtrand von Prag. Jeder schnappte sich sein Gepäck und sein Akkordeon und ging aufs Zimmer und um 19 Uhr traf man sich zum gemeinsamen Abendessen. Um am nächsten Tag fürs Wertungsspiel fit zu sein, war zeitige Bettruhe angesagt.

Beim ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen waren alle noch guter Dinge, doch um 9 Uhr bei der letzten Orchesterprobe vor dem Wertungsspiel fühlte man die erste Spannung und unser Dirigent Thomas Bauer meinte, er müsse noch einen Tobsuchtsanfall bekommen, sonst würden wir nicht gut spielen und tatsächlich, wir brachten ihn soweit. Jetzt konnte also nichts mehr schief gehen. Nach Verladen der Instrumente führte uns der Weg nun zum Nationalhaus in Prag. Jetzt hieß es ruhig bleiben und Nerven behalten, denn hier herrschte ein Verkehrschaos und nichts ging mehr. Schließlich fand unser Busfahrer einen geeigneten Platz zum Ausladen der Instrumente. Nach der Anmeldung und Übernahme der Festivalplaketten erhielten wir die Hiobsbotschaft, dass die ganze Veranstaltung mindestens eine Stunde in Verzug sei. Die meisten von uns nutzten die Zeit, um im wunderschönen Majakowski-Saal die anderen Teilnehmer vor uns, und zwar in der Kategorie Unterhaltungsmusik, anzuhören.

Als das Juniororchester des Harmonikavereins Holzgerlingen seinen Vortrag beendet und den ihm zur Verfügung gestellten Klubraum geräumt hatte, konnten wir diesen Raum beziehen und uns einspielen. Jetzt waren nur noch vier Orchester vor uns. Die ewig lange Wartezeit stellte viele von uns auf eine harte Probe und die Anspannung wuchs von Minute zu Minute. Endlich war es so weit. Nachdem das Fisorchestra L. Fancelli Terni aus Italien seinen Vortrag beendet hatte, begann für uns der Ernst des Tages und wir gingen auf die Bühne. Dirigent Thomas Bauer erwartete von uns mindestens die Note hervorragend. Mucksmäuschenstill war es im Saal als die ersten Töne von Stefan Hippes "Krakatao" erklangen, die gefürchteten Stellen rückten immer näher, jetzt gab's nur noch eins, und zwar Augen zu und durch und denken "du schaffst es". Auch die Werziade IV, ein Trauermarsch von Fritz Dobler, hatte es in sich und jeder gab sein Bestes. Mit dem Spanischen Tanz Nr. III op. 12 von M. Moszkowski hatten wir die letzte Hürde genommen, jetzt konnten wir uns die Schweißperlen von der Stirn wischen und aufatmen. Es war vollbracht! Natürlich wurde anschließend heftig diskutiert und die unterschiedlichsten Prognosen gestellt und die Wartezeit bis zur Preisvergabe war fast noch schlimmer als das Wertungsspiel selbst.

Die Preisverleihung am Abend gestaltete sich als der ultimative Wahnsinn schlechthin. Alle 9 Dirigenten in unserer Kategorie wurden auf die Bühne gebeten. Nachdem auch der mit 2 Orchestern besetzte 3. Platz vergeben war, hielt es uns nicht mehr auf den Stühlen und als es dann hieß 2. Platz mit der Note "hervorragend" brach ein wahres Freudengeschrei aus. Damit wurden unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Aber das war noch nicht alles. Zusätzlich wurde dem besten Dirigenten des gesamten Festivals ein Sonderpreis verliehen und dieser Dirigent war Thomas Bauer. Was für ein Tag. Auf diesen unerwarteten Erfolg wurde natürlich angestoßen. Im Teilnehmerfeld aus Deutschland, Italien, Schweiz, Slowenien, Spanien und Tschechien wurde lediglich das mit national und international bekannten Akkordeonsolisten besetzte Fisorchestra L. Fancelli Terni aus Italien knapp besser bewertet und belegte somit den 1. Platz.

Nach einer nicht allzu langen Nacht eroberten wir am nächsten Morgen zuerst per Bus, dann zu Fuß mit Führer die Goldene Stadt. Angesichts der eisigen Kälte, teilweise mit Schneegestöber, waren manche von uns dem Erfrieren nahe. Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung, der aufgrund der Wetterlage jedoch eher zum Kneipengang wurde. Der Ausklang des Tages fand in einer Prager Bierstube mit Musik statt. Auf unserer Rückfahrt am nächsten Tag machten wir noch Halt in Franzensbad, um Mittag zu essen und alle waren froh, als wir gegen 20 Uhr wieder an der Hieberschule in Uhingen ankamen. Überraschenderweise hatte unser daheimgebliebene "Schuster" Werner Säufferer im Musiksaal einen kleinen Empfang vorbereitet, was uns natürlich besonders freute.

Das nächste Europäische Akkordeonorchester Festival in Prag findet im April 2004 statt!

Quelle: HOU-Schriftführerin
Autor: Angelika Bühler, Fax 07163/530162

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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de