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Heinrich von Kleists Novelle:

"Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik"

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Am Samstag, den 20.März, lud das Harmonika-Orchester Uhingen und sein Jugendorchester zu einer ungewöhnlichen Musikbegegnung in die Cäcilienkirche in Uhingen ein und nahm die anwesenden Konzertbesucher auf eine spannende musikalische Reise mit.
Ausgangspunkt war die Novelle des deutschen Dichters, die 1811 erschienen ist und vom 1.Vorsitzenden des Vereins Lothar Bargiel bearbeitet wurde.

Christine Wakarecy als Sprecherin gelang es, durch die brilliant vorgetragenen Zitate dieser Novelle die Spannung bis zum Schluß aufrecht zu erhalten. Die von Dirigent Thomas Bauer zusammengestellten Zwischenmusiken spiegelten Stimmungen der vorgetragenen Zitate auf vortreffliche Weise wider und so präsentierten die beiden Orchester Musikstücke aus vier Jahrhunderten.
Besonders erwähnenswert ist das vom Jugendorchester vorgetragene "Präludium und Fuge g-moll" von J.-S. Bach mit seinem bedrohlichen, ja fast verzweifelten Charakter, das genau die Stimmung im Dom wiedergab, wo bereits die bedenklichsten Auftritte der Frevler vorgefallen waren. Zeitgenössisch, agressiv und dramatisch zeigte sich vom HO Uhingen die "Toccata" (1 Satz/Kontraste, 1988) von Hans Boll passend zu dem Zitat, in dem die Nonnen ein Oratorium mit der höchsten und herrlichsten musikalischen Pracht ausführten, worauf die gotteslästerlichen Brüder bei Anhebung dieser Musik niederknieten und die noch kurz zuvor verspotteten Gebete murmelten und somit der geplante Aufstand ausblieb. Diese Erleichterung ist beim "Thema con Variazioni" von Karl-Heinz Wolters deutlich zu spüren. Das nächste Zitat beschrieb den Zustand dieser vier Männer, die, als ob sie zu Stein erstarrt wären, immer noch vor dem Altar der Kirche lagen und dem HO gelang vortrefflich die Interpretation des dazu passenden Musikstücks "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von J.-S. Bach. Das Nonnenkloster und seine Kirche blieben also unversehrt. Wer aber bewahrte es vor der Verwüstung?
Die Legende besagt, daß es wohl die heilige selbst war, die dieses schreckliche und zugleich herrliche Wunder vollbracht hat und mit "Bummelschott`sch" (1.Satz/Niederdeutsche Volkstänze, 1956), einem anspruchsvollen Stück freudigen Charakters übertrugen die Spieler/-innen diese Stimmung auf die Zuhörer.

Wo aber sind jene vier Brüder geblieben, die nun von der Mutter sorgenvoll gesucht wurden? Ihre gewandelten Söhne findet diese Frau letztendlich im städtischen Irrenhaus wieder, die im späten Alter eines heiteren und vergnügten Todes starben, nachdem sie noch einmal das "Gloria in excelsis" abgesungen hatten, welches vom HO mit Frescobaldis "Capriccio Y Sopra La Bassa Fiamenga" zum Abschluß meisterlich zitiert wurde.

Quelle: HI 02/1999
Autor: A.Bühler

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