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Das Harmonika-Orchester Endersbach musizierte in der St. Andreas Kirche

Die neuen Ehrenmitglieder des HOE
Die neuen Ehrenmitglieder des HOE bekamen im Konzert ihre Urkunde

"Eine ganz neue Facette der Akkordeon-Musik" präsentierte am Sonntag den 21.04.2002 das erste Orchester des Harmonikaorchesters Endersbach in der katholischen Kirche St. Andreas. Volle Sitzreihen und die sommerliche Dämmerungsstimmung dieses Abends schufen eine einzigartige Atmosphäre im Auditorium.

Ein voll besetztes Kirchenschiff, andächtige Stille und festliche Kleidung in der kath. Kirche in Endersbach. Doch an diesem Abend nicht, weil Pfarrer und Ministranten vorne stehen. Sondern es spielen die Mitglieder des ersten Orchesters des HO Endersbach unter der Leitung von E.Holzwarth. Pfarrer Hans-Peter Breunig freut sich auf die folgenden 60 Minuten: "Der Anlass unseres Treffens ist eine wunderschöne Gabe: die Musik." Er freue sich auf einen bunten Strauß aus Melodien, nicht weniger schön als ein Strauß aus Blüten im Frühling.
In der Tat, als Holzwarth zum ersten Mal den Taktstock erhebt, liegt nicht der Geruch von Weihrauch in der Luft, sondern Musik. Die Melodien, gepaart mit der sommerabendichen Stimmung und dem andächtigen Lauschen der Zuhörer, schaffen in dem Saal ein einzigartige Atmosphäre.
Bereits beim ersten Stück "Präludium und Fuge in a-Moll" von Matyas Seiber, führt Holzwarth seine Schäfchen mit sicherem "Stab" durch die crescendi und decrescendi der neobarocken Komposition. In der Kirche wirkt der Klang der Harmonikas ähnlich dem der Orgel. Nach dem zweiten Stück, dem Arioso aus einer "Sinfonischen Suite" Wolfgang Jacobis, gibt es dann auch in den bisher still verharrenden Zuschauerreihen kein Halten mehr. Erst verhalten, dann immer entschiedener setzt der Applaus ein. Mit manchen Gunstbezeugungen kann man eben nicht warten bis zum Ende, vor allem wenn`s um schöne Musik geht.
Um dem Orchester auch ein wenig Ruhe und einen Ohrenschmaus zum Zurücklehnen zu gönnen, wird als nächstes das "Quartett in F-Dur" von Ignaz Pleyel, für Querflöte und Streichertrio zu Gehör gebracht. Dagmar Dorn spielt die Querflöte, Gisela und Sigurd Kinzler betätigen sich als Solisten an Vionline und Viola, und Edmund Holzwarth, der seinen Taktstock gegen einen Bogen eingetauscht hat, gibt die Solo-Partie am Cello. Zu viert schaffen die Musiker eine kammermusikalische Atmosphäre. Sie spielen die drei Sätze Allegro, Rondo moderato sowie Allegro assai, und meistern diese selbst ohne Führung perfekt.
Um den eigentlichen Protagonisten des Abends nicht gänzlich die Schau zu stehlen, ist infolge noch einmal das Orchester dran mit zwei Stücken des barocken Komponisten J.S.Bach. Zunächst ein wenig getragen, hymnisch und festlich mit Präludium und Fuge in b-Moll, danach wieder lockerer und leichter mit der Bardinerie aus der "Suite h-Moll". Bei Letzterem, noch einmal begleitet von der Querflöte, sorgen nicht nur der schnelle motorisch-barocke Rhythmus, sondern auch die unterschwellige freche Leichtigkeit und der Wiedererkennungswert für eine musikalische Entspannung der kirchlichen Festlichkeit.
"Etwas unüblich für eine Kirche, aber wir haben und gedacht, das muss sein", unterbricht Günter Hausenbiegl, HOE-Vorstand für Musik und Jugend, kurz das Programm. Er freut sich über den Applaus, mit dem eigentlich erst gegen Ende des Konzerts gerechnet wurde. Der Grund der Unterbrechung ist eine außerordentliche Ehrung der jüngst ernannten Ehrenmitglieder des Vereins. A.Beyer, J.Endress und A.Rühle sowie ihre Vereinskameraden H.Schwegler und D.Wiedenmann haben über viele Jahre den Verein mit Tatkraft unterstützt, wenn sie auch meist im Verborgenen wirkten. "Auf ihr Konto gehen rund 20 000 Arbeitsstunden", erklärt Hausenbiegl die Entscheidung des Vereins, jene fünf Mitglieder zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. "Ausserdem dienen sie dem Verein schon viele Jahre als Vorbilder."
Nach vollzogenen Ehrungen wird es noch mal still. Das Orchester beendet den Abend mit einem weiteren Werk Bachs, der "Passacaglia in c-Moll". Wieder hymnisch, feierlich und getragen, durchdringt der Klang der Harmonikas die Kirche, und macht dem barocken Komponisten und Kirchen-Kantor alle Ehre. Zum Ende hin dramatisch zugespitzt, Trugschluss, ein Endspurt, und schließlich Auslösung in Dur, nicht nur musikalisch lassen sich die Klangbewegungen mitverfolgen, auch Holzwarth gibt noch einmal alles und führt sein Orchester expressiv zum Höhepunkt und Ende des Abends - "Zugabe ist heute leider nicht möglich."
Was bleibt ist ein begeistertes Publikum, eine fröhliche sommerabendliche Stimmung und die Freude auf den ersten Advent, wenn das HOE wieder in den "heiligen Hallen" von St. Andreas musizieren wird.

Quelle: WKZ, 23.04.2002
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de