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Anspruchsvolle Musik, ein mitreißendes Orchester: Das Handharmonikaorchester Endersbach in der Jahnhalle.


Herbstkonzert des Harmonika-Orchesters Endersbach in der Jahnhalle

Dirigent Edmund Holzwarth fand beim Herbstkonzert des Harmonika-Orchesters Endersbach in der gut besuchten Jahnhalle das passende Wort: Um eine „Integrationsmaßnahme" handele es sich, als im zweiten Teil die „Tastenflitzer", der Vereinsnachwuchs, mit dem 1. Orchester harmonierten, so wie vor der Pause bereits mit den „Fidelen Oldies" (Altersdurchschnitt: 78).

Im Wort „Harmonika" steckt offenbar jenes andere, weitreichendere: Harmonie. Von Alt und Jung, Tradition und Moderne, Anspruch und Unterhaltung. Schon im ersten Stück, einem „Präludium" von Ernst Kohler, entfaltet sich diese Harmonie altersübergreifend. Es spielen die blutjungen Tastenflitzer, die demnächst im 1. Orchester aufgehen werden, mit den Fidelen 0ldies, geleitet von Annette Gottwald, die erst seit September 2016 beide Ensembles dirigiert. Die Jüngste auf der Bühne ist neun, der Älteste, Karl Berger, 86. Aber beide Generationen verständigen sich über die Musik. Ein getragenes Stück, das Präludium, nicht zu kompliziert und gut intoniert, zum Finden des gemeinsamen Tones, wobei ein junger Drummer, Johannes Gerhardt, sehr sicher unterstützt. Von ihm kommen auch im Abba-Medley entscheidende Impulse. Mama Mia - „wo ist meine Mami?", fragt die Dirigentin in den vollen Saal, „hier!", kommt die Antwort. „Schön, dass du da bist!" Und die Jugend rockt dazu mit stringenter Rhythmik und Dynamik, während in „Money Money Money" die Melodie im Vordergrund steht.

Viele Ältere im Publikum summen mit

Danach sind die fidelen Senioren unter sich, etwa für Medleys aus Carl Zellers „Der Vogelhändler" und von Peter-Kreuder-Melodien (u. a. „Musik Musik Musik"). Viele Ältere im Publikum summen mit, kennen die Motive von Zarah Leander oder Johannes Heesters. Fidele Oldies, fürwahr, was auch das musikalische Material betrifft.
Danach die Flitzer, die forsche Jugend, mit einem Akkordeon-Original vom Hohenacker Genre-Guru Hans-Günther Kölz: „Fresh Air", eine Art Suite in fünf Sätzen, schon im Prelude ein dynamisches Auf und Ab als zusätzliches Ausdrucksmittel, wie es Kölz so meisterhaft, und pädagogisch wertvoll, in Noten zu setzen weiß. Auch einen „Reggae" gibt es, mit Off Beats, wie sie sonst nur auf Jamaica zu hören wären, und zum Finale ein schmissiges „Rockout ", dessen Beat an den Soul-Standard „Everybody needs somebody" erinnert. Die Tastenflitzer spielen's zur Zugabe noch mal und noch mal so zügig. Zuvor durften sie aber noch zweimal brillieren: mit dem zweiten Satz von „Spanische Skizzen", den Katalonien inspirierte - nicht politisch so gewollt, sondern zufällig, wie die Dirigentin verrät -und knisternden Kastagnetten im Dreiertakt; sowie „Auf uns", das Lied zur Fußball-WM 2014. In der Jahnhalle singt es ein (neben dem Drummer) weiterer Gast, den Annette Gottwalds Kinder spontan dazubaten: Alan Wünsche, ein junger Mann mit Ausstrahlung, der die „Think positive"-Botschaft des Textes kraftvoll zum Ausdruck bringt. Hinterher: Blumen des Dankes an die Dirigentin, ein kleines Geschenk an den Schlagzeuger - nur der Sänger kriegt nichts, dafür stieß er schlicht zu kurzfristig zum Projekt.
Nach so viel Jugend-Power, die sich nach der Pause gemeinsam mit dem 1. Orchester in „Fanfare", ursprünglich für die Kirchenorgel geschrieben, und dem Tango „Petticoats of Portugal" fortsetzt, steht dann Reife in Perfektion auf dem Programm. Von der das 1.Orchester selber weiß, wie den selbstbewussten, wenn auch eher scherzhaften Reden des Dirigenten zu entnehmen ist: „Die „Ouvertüre caprice" von Rudolf Würthner erfordert technische und musikalische Fähigkeiten - wie wir sie halt haben", so Edmund Holzwarth, seit 1974 der Mann mit dem Stab beim HOE. Die erweiterten Takte der Ouvertüre, ständige Wechsel in Melodie und Metrum, die Registerfülle, in der man Oboen, Flöten, Fagott, selbst eine Harfe zu hören meint - ganz schön anspruchsvoll.
Dann sogar die Steigerung mit „Clouds" von Wolfgang Ruß-Plötz, eine Suite in drei Sätzen, „die Tonsprache leicht modern", wie Holzwarth warnend raunt. Und tatsächlich: Das ist Neue Musik höchster Abstraktionsstufe, rätselhaft zuweilen, nicht nur im „Misterioso", mit Strudeln verborgener Bedeutung, über die sich nachzudenken lohnt, zumal die Musiker sich an ihr orientieren und konzentriert mit dynamischen Farben spielen, die in der Laienmusik nur selten zu hören sind.
Danach wirkt ein Ray-Charles-Medley, übrigens von Ruß-Plötz arrangiert, wie ein funktionsharmonisches Verschnaufen. Ein mild melodisches „Georgia an my Mind", Rock und Groove in „Hallelujah I love her so" oder „Hit the Road" - das HOE kann auch Unterhaltung!


  • Schülerorchester - Beim Harmonika-Orchester Endersbach wird laut den beiden Vorständen Jörg Grundner und Martin Schnaithmann auch weiterhin viel Wert auf die Ausbildung gelegt.
  • In Bälde gibt es deshalb eine Kooperation mit der Grundschule, über Melodica- und Akkordeon-AGs, sowie in 14 Tagen den Start eines neuen Schülerorchesters. Es gilt schließlich „Akkordeon voll cool: Werde zum Tastenflitzer", so das Motto der Workshops für Kinder im Rahmen des Sommerferienprogramms.

Quelle: WKZ vom 09.10.2017
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de