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Das Akkordeon unter der Regie des Rhythmus

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Schülerorchester des ASR
Das Schülerorchester unter der Leitung von Silvia Lederer wirkte bei der Frühjahrsunterhaltung des Akkordeon-Spierings auch mit.


Am Ende gab's Blumen und Wein für die Dirigenten und, völlig zu Recht, auch für die Percussionisten Siegbert May und Herbert Heck, ehemaliger Leiter des Akkordeon-Spielrings Geradstetten. Der hatte sich bei der Frühjahrsunterhaltungauch diesmal wieder als rhythmisch besonders stark erwiesen — eine Art Alleinstellungsmerkmal dieses Akkordeonorchesters, das im nächsten Jahr 50. Geburtstag feiert.

Dass ein Akkordeonorchester eine eigene Rhythmusgruppe beschäftigt, kommt gelegentlich, wenn auch nicht immer vor. Der Akkordeon-Spielring Geradstetten tut's. Und fährt schon lange gut damit. Denn um ein größeres Publikum wie das in der Wilhelm-Enßle-Halle gut zu unterhalten, ist kaum etwas förderlicher als rhythmische Akkuratesse und eine möglichst perfekte Phrasierung. Damit allseits bekannte Melodien wie jene Evergreens, die Frühjahrsunterhaltung fördern sollen, nicht ausgelutscht und abgenudelt klingen, sondern frisch und federnd.

Klassiker aus den letzten 40 Jahren

Diesmal stand das traditionelle Frühlingskonzert nach den Worten des Spielring-Vorsitzenden Alex Hamm unter dem Motto „Klassiker der letzten 40 Jahre", vor allem aus der Filmmusik. Und gleich beim Schülerorchester (Leitung: Silvia Lederer) mit „Im Dschungel ist der Teufel los", einem Medley aus Disneys „Dschungelbuch" (siehe Artikel „Früherziehung"), fällt das gekonnte Klopfen und Klappern auf, das beim Spielring zum Handwerk gehört. Vorne die Jugend mit disziplinierter Akkordeon-Akkuratesse, dahinter klappern die Alten mit rhythmischer Erfahrung. „Versuch's mal mit Gemütlichkeit", fordert eine der Melodien – aber auch mit Taktdisziplin, mit Rhythmus-Reife. Für die nicht zuletzt Schlagzeuger Siegbert May und Exdirigent Herbert Heck sorgen.
Beim „Titanic"-Titel „My heart will go on", einem der drei Programmpunkte des Jugendensembles, erneut unter Silvia Lederers Leitung, harmonieren Hecks Rhythmus-Rasseln zunächst nicht mit den anderen. Da geht wohl der Eigensinn des Alphatieres mit ihm durch, bis sich das junge Akkordeon-Sextett seinem Takt angepasst hat. Doch dann geht's gewohnt präzise weiter, und am Ende lauschen fast alle in der Halle geradezu ergriffen der eingängigen Melodie. Um mit „ Everytime " aus der Afri-Cola-Werbung einen schwungvollen Kontrast zu erleben, ein Wechselbad vom Gefühl zum Groove. Insgesamt ein Jugendensemble, das frisch, das jung klingt, und ziemlich unterhaltsam. Was auch am federnden Rhythmus liegt.
Nach der Pause führen die Großen im Doppelquartett den guten Groove fort. Wieder mit den bewährten Trommlern im Rücken, diesmal mit Jörg Lederer am Keyboard und einem Stück, das diverse Rhythmuswechsel erforderlich macht: ein „Bee-Gees-Medley" mit Motiven der Disco-Hits aus den 70ern sowie den Melodien von „Massachusetts" und „World". Noch schwieriger, bisweilen sogar schräg – im guten, spannenden Sinn – klingt „Bohemian Rhapsody" im Arrangement der Hohenacker Harmonika-Kapazität Hans-Günther Kölz. Hier darf vor allem Silvia Lederer zeigen, dass ihre rechte Hand über flinke Finger verfügt. Während auch ihre Kollegen sich erfolgreich mit synkopierten Rhythmen abplagen, ohne dass die Mühe je hörbar würde und der guten Unterhaltung abträglich wäre.
Als schließlich das Orchester dran ist, passiert die einzige richtige Panne des Abends: Während es hinten schon raucht und dampft, passend zum ersten Stück „Morricone Special" (Filmmusik aus Italowestern), will sich der Vorhang erst nicht öffnen. Doch dann: dramatisch anschwellende Akkordeon-Tutti, alles guckt zur Bühne - und das Orchester glänzt mit perfekter Dynamik, bei der jeder Ton sitzt. Einmal, zu lockeren Karibik-Rhythmen, wird es unter den Kids vor der Bühne extrem lebendig. Und die Erwachsenen dürfen zum Abschluss mit „Udo Jürgens In Concert" zur wiegenden „Merci Cherie"- Melodie in Erinnerungen und anderen Gefühlen schwelgen. Gut unterhalten, gut versorgt vom Spielring-Team, melodisch inspiriert und rhythmisch stimuliert.

Früherziehung

  • Der Spielring bietet zur musikalischen Früherziehung seinen sogenannten Musikgarten an, für Kinder ab eineinhalb Jahren, die hier in Begleitung ihrer Mütter erste musikalische Erfahrungen sammeln. Sie können mit der Melodica anfangen und dann aufs (kleine) Akkordeon umsteigen, das der Verein zum Ausprobieren auch ausleiht.

  • Ein Höhepunkt dieser Frühjahrsunterhaltung: Kids des Musikgartens in Tiermasken, die als „Affenbande" im „Dschungelbuch"-Medley vor der Bühne herumtollten und, zum strammen Mitklatschen der Gäste, zwischen den Tischen durch die Halle zogen. Besonders ausgelassen wohl auch deshalb, weil sich hinter Masken freier und ungezwungener herumtollen lässt. Die lustigen Larven entstanden unter Mithilfe der Musikgarten-Mütter.

Quelle: WKZ vom 12.04.2011
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de