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Bei der Matinee des Akkordeon-Spielrings Geradstetten demonstrierten die Ensembles angemessene Dynamik, Intonationssicherheit und Rhythmus

ASR Remshalden
Akkordeonmusik ist stark im Kommen: Mit seiner Matinee hat der Akkordeonspielring beeindruckend dazu beigetragen


Längst hat sich das Akkordeon von seinem Fischerstuben-Image befreit: Die alte "Quetschkommode" hat sich zu einem vollwertigen Konzertinstrument gemausert, das durch seine enorme stilistische Vielfalt besticht. Offensichtlich hat sich das auch in Remshalden herumgesprochen. Über 100 Zuhörer strömten am Sonntagmorgen zur Matinee des ASR in das ev. Gemeindehaus Kelter in Geradstetten - eine Resonanz, mit der die Veranstalter selbst nicht gerechnet hatten.
Der Andrang ist Beleg dafür, dass das einst als "Quetschkommode" geschmähte Tasteninstrument längst vom Publikum akzeptiert wird und als gesellschaftsfähig gilt. Was von den Handharmonika- und Akkordeonvereinen mehr Ambition, mehr Niveau und Probenarbeit verlangt.
Die Geradstettener Akkordeon-Aktiven müssen sich zweifellos ins Zeug gelegt und vermutlich geübt haben, bis die Tasten Druckstellen bekamen. Denn alle drei Ensembles des ASR lieferten saubere Arbeit ab, mehr noch: machten Werbung für ihr Instrument. Und zwar nicht mit volkstümlich-rustikalen Weisen, sondern mit konzertanten Stücken, in denen es auf wohl dosierte Dynamik ankommt, auf Intonations-Sicherheit und eine mehr oder minder perfekte Phrasierung.
Womit in Geradstetten bereits der Akkordeon-Nachwuchs alles andere als überfordert zu sein scheint. Denn auch das Schülerorchester (Leitung: Silvia Lederer) beherrschte zum Auftakt in Charles Bonnevies Ouvertüre "Die Hochzeit des Harlekin", für Akkordeon arrangiert, sowohl Zackiges wie auch wiegende Walzertakte. Rhythmuswechsel machten keinerlei Probleme, ein Indiz für Disziplin, aber wohl auch für den Spaß am Spielen. Ebenso gelungen: das "Scherzo in G" von Thomas Eckberg - ein Künstlername, handelt es sich hier doch um den Sohn des ehemaligen Spielring-Dirigenten Herbert Heck. Auch der Senior trug als Paukist zum Gelingen der Matinee bei, ebenso wie der von außerhalb des Vereins hinzugeholte Schlagzeuger Sigbert May.
Kein Wunder bei so viel Kläpperles-Kompetenz, dass die Musiker an diesem Sonntagmorgen eine Extraportion Rhythmus im Blut hatten, was nicht erst das Doppelquartett beim abschließenden Gospelmedley "Oh happy day" betraf. Da stand freilich der Groove auf dem Programm - und mancher mag sich gewundert haben, wie swingend und sicher die Akkordeonisten hier die Rhythmus-Register zogen. Anfangs klatschten sie in die Hände, dann aber, als diese an den Tasten gefordert waren, ging`s darum, die einfache Harmonik der afro-amerikanischen Gesänge in mitreißende Metren münden zu lassen, die Sache somit rhythmisch komplex zu gestalten. Was, so zeigte sich, das Akkordeon überhaupt nicht überfordert, sondern sich mit präzisem Anschlag und dem genauen Hören auf die Mitspieler durchaus bewerkstelligen lässt. Bereits zuvor hatte das Doppelquartett (Leitung: Jörg Lederer) in der "Irischen Suite" von Matyas Seiber, einem von typischen Motiven der Grünen Insel durchwirkten, viersätzigem Stück, seine rhythmischen Stärken vor allem in den Tänzen "Reel" und "Jig" demonstrieren können.
Und das 1.Orchester? Auch das hatte sich eine Suite ausgesucht, die "Heitere Suite" von Rudolf Würthner, sowie einen Walzer (Bayrische G`schichten von Willy Richartz). Und auch die Großen konnten alle bereits genannten Vorzüge der kleineren Ensembles ausspielen: angemessene Dynamik, Intonationssicherheit, rhythmische Stärke. In der "Heiteren Suite" kam noch eine besondere Bandbreite an Registerkontrasten hinzu, eine Vielfalt an Klängen, die Dräuendes und Dröhnendes in den tiefen Lagen mit Hellem, Flüsterndem wunderschön zu mischen wussten, bis zu einem geradezu hymnischen "Ausklang"-Satz. Und Willy Richartz Walzer dürfte für manchen eine echte Entdeckung gewesen sein: Alpine Motive trafen auf einen sehr beschwingten Dreivierteltakt, fröhlich pfeifenden Melodien in den hohen Lagen bekamen eine brummende Bass-Unterfütterung, bisweilen schienen Posaunen und Hörner zu erklingen, dann meinte man Klarinetten zu hören. Das dieses Stück kaum besser gespielt werden kann, mag ein letzter Hinweis darauf sein, dass der ASR seine Probezeit nicht verplempert hat.

Quelle: WKZ vom 18.11.2003
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de