Unkonventionell und "brutal schwer"


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Wieder einmal hatte der Mandolinenclub Schwaikheim ein glückliches Händchen bei der Terminwahl für sein Frühjahrskonzert. Der bislang freundlichste Sonnentag des Jahres lockte die Menschen ins Freie, und viele fanden nach dem Spaziergang den Weg in die Gemeindehalle. Die Stuhlreihen waren binnen kurzem besetzt.

Dass dem Mandolinenclub eine breite Jugendarbeit und damit die Förderung des Nachwuchses sehr am Herzen liegt, zeigte der erste Programmblock. 30 Gitarrenschüler im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren spielten vier hübsche Stücke, darunter „What shall we do with the drunken sailor" oder „Sally gardens", konzentriert und diszipliniert, mit warmem Klang. Dirigent Oliver Boegler gelang es - fast immer - , die jungen Gitarristinnen und Gitarristen auf einen gemeinsamen Schlag einzuschwören.

Akkordeon-Ensemble des AO Schwaikheim

Von Abba bis Johann Strauß reichte das Repertoire des Akkordeonorchesters

Ein buntes, vielfältiges Programm, das für jeden etwas zu bieten hatte, versprach das 15-köpfige Akkordeon-Orchester mit seiner Dirigentin Janina Rüger. Tatsächlich spannte das dargebotene Repertoire einen weiten Bogen von einer Bearbeitung der Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla" von Gioacchino Rossini über ein Potpourri der beliebtesten Melodien aus dem „Zigeunerbaron" von Johann Strauß bis zu „Best of Abba" mit schmissigen Melodien wie „Money, money", „Mamma mia" oder „Thank you for the music".

Eine „Irische Suite" von Matyas Seiber beeindruckte vor allem mit einem„ Reel", einem lebhaften keltischen Tanz, interessant komponiert mit herausgehobenen Passagen der hohen Instrumente, dann wieder deftig untermalt durch die tiefen Register und Schlagzeug. Überaus getragen dagegen die darauf folgende „Air". Hier wie auch in der Filmmusik „Oblivion" mit dem Solisten Achim Fuderer an der Klarinette hätte man sich etwas mehr Temperament und nicht ganz so gebremstes Tempo gewünscht.

Wie es sich gehört, setzte das eigentliche Mandolinenorchester, bestehend aus 20 Spielerinnen und Spielern mit Mandoline, Mandola, Konzertgitarre, Kontrabass und Akkordeon, dem Programm die Krone auf mit drei pfiffigen, ganz und gar nicht konventionellen Stücken.

Dirigent Oliver Boegler, mit seinen 22 Jahren frisch geschult und mit C-Schein ausgestattet, hatte neue Ideen mitgebracht. „Das war brutal schwer", lobte er sein Orchester. Eine originelle Komposition von Leroy Anderson mit dem lautmalerischen Titel „Plink, Plank, Plunk" ließ die Spieler zu jazzigen Rhythmen schnippen oder ungewohnte Geräusche erzeugen durch kräftiges Abstreichen der Saiten entlang des ganzen Griffbretts. Auch lautes Knallenlassen der Saite auf den Korpus des Kontrabasses war hier einmal erlaubt. Die anspruchsvolle „Suite Mexikana" malte ein stimmungsreiches Bild des lateinamerikanischen Landes. Sanfte Melodien des Akkordeons wurden begleitet durch das Tremolo der Mandolinen.

Im Rahmen des Konzerts wurden zahlreiche Mitglieder geehrt für ihr langjähriges Engagement im Verein: Der Bund Deutscher Zupfmusiker ehrte Nicole Manke für 25 Jahre, Eugen Haag, Eugen Krämer, Willi Oetinger und Mathilde Nitschke für 40-jähriges Wirken im Verein. Der Mandolinenclub ehrte Johannes Emesz für 50-jährige Mitgliedschaft und aktives Mitspielen auf dem Akkordeon bis heute.

Quelle: WKZ, vom 13.03.2007
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de