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Bericht vom Frühjahrskonzert des AO Bartenbach

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Fröhliche, populäre Melodien und Musik aus aller Welt kündigte der Vereinsvorsitzende Günter Göser in seiner Begrüßungsrede zum Frühjahrs-Konzert des Akkordeon - Orchesters Bartenbach an. Während im ersten Programmteil hauptsächlich klassische und traditionelle Werke vorgetragen wurden, kennzeichneten den zweiten Teil, musikalische Impressionen aus Russland, Irland, USA, Argentinien und Brasilien.

Eröffnet wurde der Konzertabend am 05.Mai 2001 mit musikalischer Feinkost: Das Orchester I präsentierte Rossinis bekannte Ouvertüre "Der Barbier von Sevilla". Unter der Leitung von Valentina Wanner zeigten die Musikanten, dass neben den rhythmischen Melodien der alten italienischen Schule, in diesem Werk harmonisierende Passagen schlummern, die Rossini als Komponisten des 19. Jhd. auszeichneten. In der glücklichen Synthese dieser Ansätze entwickelte sich ein Vortrag, der gekennzeichnet war durch die berauschende Wirkung der großen Crescendos - vom pp wurde das Orchester in Ostinatomotiven bis zum dröhnenden ff gesteigert - umspielt von girrenden Melodien, die manchem Konzertbesucher ein Lächeln auf die Lippen zauberten. Lächelnd ging es weiter im Programm mit Antonin Dvoráks "Humoresque op. 101". Hier konnte vor allem die fein ausgearbeitete Solostimme dem Namen des Stückes alle Ehre machen, in dem sie sich neben den gefühlsschweren Tutti-Passagen behaupten konnte. Der reizvolle erste Auftritt des Orchesters wurde abgerundet durch Anton Rubinsteins schmachtende "Melodie in F-Dur opus 3,1".

Positiv war mancher Konzertbesucher an diesem Abend vom Auftritt des Schüler-Orchesters überrascht. Nach längerer Konzertpause man nun ein Orchester hören, dass in seiner Musikalität deutlich dazugewonnen hatte. Eine besonders glückliche Hand bewies die Dirigentin, Valentina Wanner, bei der Auswahl der Vortragsstücke. Die von A. Jekic geschriebene Pop Collection "Akkordeon-Zwerge" sowie "Holiday" und "Looping", bereitete den Schülern nicht nur große Freude beim Spielen, sondern erwies sich als durchaus werthaltiges Musiziergut, dessen Inhalt mit bewundernswerter Sicherheit erfasst und Umgesetzt wurde.

Mit Hans Rauchs Fantasie "Schwäbische Skizzen" eröffnete der Handharmonika-Spielring unter der Leitung von Theodor Däuber den nächsten Auftritt. Volksliedhafte Impressionen aus dem Schwabenland sind hier in romantisierende symphonische Strukturen eingebettet. Dazu gesellen sich der heimelige Charakter der Handharmonika und das sichere Gespür der Musiker für Duktus und Harmonie, um ein kleines Gesamtkunstwerk zu gestalten. Nach Andrè Florins elegantem Tango "Blumen für die Dame" wurde noch ein Ausflug in die nachklassische Operette unternommen: Die "Ballsirenen" - Walzer aus Franz Lehar´s "Lustiger Witwe". Warme Harmonien schmiegten sich in weitgespannte Melodiebögen, die immer wieder mit prickelnden Rhythmen kontrastiert wurden. Das musikalisch reiche Finale dieses Auftrittes wurde mit begeistertem Applaus belohnt.

"Spielfreudig" - mit diesem Begriff bedachte der Rezensent der NWZ das Jubiläumskonzert des Vereins im vergangen Jahr. Als Attribut für den zweiten-, etwas lockeren Konzertteil, passt es ausgezeichnet. Freude am Spielen hatten ganz offensichtlich die fünf Musiker, die sich als Ensemble unter der Leitung von Erhard Schwenk zusammenschlossen. Elmer Bernsteins berühmte Western-Filmmusik der "Glorreichen Sieben" erklang so unbeschwert, dass man die komplizierten rhythmischen Strukturen des Werkes fast als Nebensächlichkeit betrachten konnte. In ein Wechselbad der Gefühle tauchte mann dann mit Jörg Draegers "Russischen Fantasie" ein. Impressionen Russischer Folklore, deren ambivalente Emotionen einerseits mit tiefer Innigkeit, andererseits mit hoher Emphase ausgedeutet wurden. Ungestüme Akkordbrechungen folgen auf die schwermütigen Weisen der Wolgatreidler, Steppen-Melancholie wechselte mit dem Ausdruck unbändiger Heiterkeit.

Eine bunte Abwechslung im Programm bereitete das Intermezzo der "Bluegrass-Hoppers". Eine Band vom Fuße der Teck, die ihre akustische "Country-music" präsentierte. Ein musikalisch etwas gewagter Sprung von der extrovertierten Folklore Russlands zur traditionellen Musik aus Irland und den USA. Gefühle wurden hier weniger ausgelebt als ausgekostet, verarbeitet, verändert und umgewandelt. Mit "fiddle, mandolin, guitar, banjo" und ihrer Sängerin erklang charakteristische Folklore Irlands mit Folk- und Traditional-Songs bis hin zur Bluegrass- und Oltdime-music von den "Blauen Bergen" der Vereinigten Staaten.

Mit einer wunderbaren Bearbeitung des argentinischen "Libertango" von Astor Piazolla, eröffnete das Orchester I den letzten Auftritt des Abends. Mit Impressionistischen, beinahe intimen Klangstrukturen trat das Orchester in den Dialog mit dem Soloinstrument, bevor sich das bekannte rhythmische Ostinatomotiv immer mehr Raum erarbeiten konnte. Trotz der sich ausbreitenden Erregung hatten die Solostimmen genug Freiheit ihre Figuren mit dem, für Piazolla typischen, leicht aleatorischen Charakter zu versehen. Weniger überzeugend war allerdings die Darbietung von Mack/Johnsons "Original Charleston". Obwohl die reichlichen Synkopen mustergültig in Artikulation und Rhythmik waren, ließ die innere Einheit des Vortages zu Wünschen übrig. Umso mehr Anklang fand dagegen ein Arrangement von 3 Brasilianischen Schlagern: "3 x Trini Lopez". Die mitreißenden Rhythmen, die bekannten Melodien und die besondere Instrumentierung mit Keyboard und E-Gitarre, fand beim Publikum ungeahnten Zuspruch.

Mit viel Applaus klang damit ein Konzertabend aus, von dem vor allem die Spielfreude, das gereifte Schülerorchester und der rüstige Handharmonika-Spielring in Erinnerung bleiben wird.

Quelle: Oliver Kinkel, AO Bartenbach
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de