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Harmonika-Orchester wird 75

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Aber Endersbach zeigt keine Altersschwäche, sondern hochwertige Harmonika-Kunst und Nachwuchs-Reichtum

Bei diesem Festumzug hieß das HOE noch Handharmonika-Club.

Das Harmonika-Orchester Endersbach ist unter seinesgleichen ein betagter Zeitgenosse. 75 Jahre ist es alt. Ein beeindruckendes Jubiläum - entstanden doch laut Vorstand Günter Hausenbiegl die ersten Harmonika-Orchester in Deutschland erst Anfang der 30er Jahre. Mit Geburtsjahr 1934 ist der Verein also ein Alterchen. Aber keines mit Zipperlein und Gebrechen, sondern ein erfahrener Haudegen, was hochwertiges, konzertantes Akkordeonspiel angeht.

Quetschkommode, Schifferklavier. Wer dem Vorstand des Harmonika-Orchesters die Nackenhärchen sträuben will, nennt das Instrument so. „Darauf reagieren wir allergisch", so Günter Hausenbiegl. Er ist als Vorstandsmitglied ständig auf der Suche nach Musiklehrern und hält nach eigenem Bekunden „den Laden am Laufen". Quetschkommode - das klingt für ihn so nach Kirmesmusik. Und Kirmesmusiker wollen die Harmonika-Spieler nicht sein. Sind sie auch nicht. Bei Wettbewerben treten sie den Beweis gehobener Qualität an. Hausenbiegl: „Lokal erreichen wir immer das Prädikat hervorragend." Erst im vergangenen September hat der Verein den „Großen Pokal der Stadt Schwäbisch Gmünd" nach Endersbach geholt.

Auch international müssen sich die Orchestermitglieder nicht verstecken. Die Schweizer Jury fand das Spiel meist vorzüglich, die Österreicher nannten es ausgezeichnet. Frankreich und Irland sind den Musikern ebenfalls Wettbewerbsreisen wert und meistens sind auch noch ein paar entspannende Urlaubs- und Ausflugstage drin.
Margit Siegle, auch im Vorstand des Harmonika-Orchesters Endersbach (HOE) und für die Mitgliederbetreuung zuständig, erinnert sich an die Auftritte in Tipperary. „1995 haben wir die Iren eingeladen. Sie haben hier in unseren Familien gelebt und 1996 haben wir den Gegenbesuch gestartet." Das sei schon einmalig gewesen. Beeindruckend auch die Veranstaltungen in Innsbruck: „Ich erinnere mich an 1989 im Bergisel-Stadion." Wo sonst die Ski-Profis zum Sprung ansetzen, wurden die Sieger des österreichischen Harmonika-Wettbewerbes gekürt. „Schon der Marsch ins Stadion war der Hammer." Der Weg steil und lang, das Gebirgspanorama zu allen Seiten. Am Wettbewerb selbst nehmen 10 000 Musiker teil, die in 350 Gruppen um eine Platzierung ringen. Deutsche, Schweizer, Österreicher natürlich, Japaner, Italiener Amerikaner, Dänen, Russen, Engländer. .„Ein Großereignis." Heute finden die Siegerehrungen zum Wettbewerb in der neuen Olympiahalle statt.

Nächster Innsbrucktermin: 2010. „Der HOE hat's im Hinterkopf."

Eberhard Schwegler ist HOE-Urgestein, seit 1950 ist er Vereinsmitglied. Er erinnert sich: „Damals waren solche Vereinsausflüge etwas ganz Besonderes. Selbst konnte man ja gar nicht in den Urlaub fahren und schon gar nicht so weit fort." Das Geld war knapp. Wenn dann der Verein mit dem Bus ins Umland gefahren ist, war der rappelvoll. Jeder wollte mit. Heute gebe es fürs Ziel Österreich nur noch ein müdes Lächeln. Aber an Spielqualität lässt der Verein nicht nach.
Das ist vielleicht mit ein Grund für den Nachwuchserfolg, den das HOE verzeichnet. Natürlich arbeiten die Verantwortlichen auch daran, dass schon für die Jüngsten Töne, Rhythmen und Musik zugänglich und interessant werden. Aus dem Musikgarten, den es seit 1996 gibt, rekrutiert das Orchester seinen Nachwuchs.

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre sah's noch echt mies aus. Das Akkordeon war out. Das Keyboard stand jetzt bei Kindern hoch im Kurs. Immer mehr sportliche Angebote und eine Fülle von Musikvereinen machten dem HOE Konkurrenz. Jörg Grundner ist Schriftführer und Pressewart des Vereins, sorgt bei Konzerten für die Verpflegung von Musikern und Publikum.
Er meint: Die Delle in der Altersstruktur spüre man heute noch. „Wir haben unter 18 Jahren viele Spieler - und dann die über 40Jährigen. Aber wer Ende der 80er Jahre als Kind nicht zu uns gefunden hat, der kommt auch als Erwachsener nicht mehr."
Mitte der 90er wird das HOE aktiv, will mit dem Musikgarten den Nachwuchsmangel ausgleichen. „Zur Jahrtausendwende hatten wir es geschafft", sagt Hausenbiegl stolz. Da seien dann die ersten Musikgarten-Kinder in die Akkordeon-Ausbildung und danach ins Orchester gegangen. Heute ist der Verein einer der wenigen, der keinen Nachwuchsmangel beklagen muss.
Also kann auch im Jubiläumsjahr gefeiert werden. Festerprobt ist der Verein durch Wein- und Straßenfest im jährlichen Wechsel. Auch hier gibt der Erfolg den Mitgliedern recht. Siegle: „Unter anderem über die Festeinnahmen finanziert sich der Verein."


Das Jubiläumskonzert
Viel Applaus gab`s beim Jubiläumskonzert


Pressestimmen vom Jubiläumskonzert:

...Vor 75 Jahren, im Jahre 1934 wurde in Endersbach das Harmonika Orchester Endersbach e.V. gegründet. Dieses Jubiläum wurde nun am 28.03. mit einem Jubiläumskonzert gefeiert. In der festlich geschmückten Endersbacher Jahnhalle war kein Platz mehr frei, als die „Fidelen Oldies" am Samstagabend den Auftakt der Veranstaltung machten. Danach traten die „Tastenflitzer" auf die Bühne und führten das Programm fort. Nach der Pause war das 1.Orchester an der Reihe. Die ausgesuchten Musikstücke waren sehr abwechslungsreich. So bekamen die Besucher sowohl Tangorhythmen, als auch Ballsirenen und Filmmusik zu hören. Während der Pause sowie nach der Vorstellung hatte das Harmonika Orchester bestens für das Wohl seiner Gäste gesorgt. Anlässlich des Jubiläums kostete das Konzert keinen Eintritt!

Quelle: WKZ vom 24.03.2009 (Historie) / s´Blättle (Konzertbericht)
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de