HISS präsentiert neue CD "Tränen, Tabak und Tequila" in Ludwigsburg (Scala)

LUDWIGSBURG. Es schien eher Schweiß zu sein, der am 22.10.01 in der Scala auf den Gesichtern der Musiker glänzte und im Saal herrschte Rauchverbot. Trotzdem erfüllte der Abend das, was der Titel von HISS' neuer CD versprach. Lieder über Liebe und Leid, den Alkohol, Tanz und Tod, schwere Kost war das teilweise, und wären die Melodien nicht so fröhlich, wäre nicht auch das traurigste Lied ironisch gebrochen, man wäre den Tränen wirklich nahe gewesen.

Doch die Polkas rumpeln voran und energisch fordert Stefan Hiss zum Tanz. Und tanzbar sind sie, die Stücke von HISS. Häufig jedoch halten die Tänzer in ihren Bewegungen inne, weil einige Texte genaueres Zuhören erfordern, oder einer der Musiker zum Solo ansetzt. Bemerkenswert sind hier die Duelle zwischen Michael Roth an der Mundharmonika und Stefan Hiss am Akkordeon. Beeindruckend auch, wie sich Andi Feller noch im halsbrecherischsten Solo über das Rauchverbot hinwegsetzt.

Musikalisch bewegt sich HISS im Spannungsfeld zwischen Rock'n' Roll und Folklore, dem Blues und eben der Polka. Sie scheuen sich nicht auf eine düstere Rumba ("Begräbnis") ausgelassene Zigeunermusik mit einem dreiköpfigen Bläsersatz folgen zu lassen.

Das Publikum in der gut gefüllten Scala folgte der Dramaturgie mit Begeisterung. Tränen dürften höchstens wegen des Endes eines gelungenes Abends vergossen worden sein.

Über den größten Jammer konnte man sich allerdings an der eigens aufgebauten Tequila-Bar im Foyer hinweghelfen.

Horst G. Schetterle

 

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