Interview mit Stefan Hiss

Jenny Findeis fragte, was Stefan Hiss so alles über HISS, die aktuelle CD "Tränen, Tabak & Tequila" und zukünftige Projekte zu erzählen weiß...

Wie entstand die neue CD?

Wie immer sind die Lieder nach und nach entstanden. Wenn eines fertig war, wurde es sofort im Konzert ausprobiert, gegebenenfalls dann noch daran gefeilt. Manche der Stücke haben uns schon zwei Jahre begleitet, bevor sie jetzt aufgenommen wurden.

Und warum habt ihr live vor Publikum aufgenommen?

Schon bei den ersten Scheiben haben wir versucht, so live wie möglich im Studio aufzunehmen, die Energie eines Konzerts läßt sich aber trotzdem nicht vollkommen erzeugen, weil man sitzend und von Trennwänden umgeben anders musiziert, als an der Bühnenkante stehend vor Menschen.

Wo wurde aufgenommen?

In Esslingen in der Dieselstraße an drei aufeinanderfolgenden Abenden im Oktober 2000. Davon haben wir die besten Versionen ausgewählt. Allerdings sind fast alle Lieder auf der Platte die des 3. Abends.

Die ergänzenden Aufnahmen, z.B. etwas Percussion hier, noch eine zweite Chorstimme da, und vor allem das letzte Lied, das "Begräbnis", haben wir im Studio in Karlsruhe eingespielt. In Celle im Studio Area 51 haben wir mit Tommy Newton, der schon die "Tut Buße"-CD aufgenommen hat, gemischt.

Ich sehe zum ersten Mal Stücke auf der CD, die ihr mit Leute außerhalb der Band geschrieben habt.

Wir haben unterwegs natürlich immer wieder Leute kennengelernt, mit denen man auf einer ähnlichen Wellenlänge lag. Thommie Bayer hatte genau zu der Zeit ein Stück auf der Basis eines Volksliedes parat, als wir nach einem solchen Lied suchten, das man einer HISS-Bearbeitung unterziehen konnte.

Jesús Ojeda war eine Zufallsbekanntschaft in Mexiko. Der hat da mit seiner Gruppe in einer Kneipe gespielt und später sind wir ins Gespräch gekommen. Er fand die Vorstellung gleich angenehm, daß "Tequila" in Deutschland aufgenommen werden sollte. Er ist sogar zu Besuch im Studio erschienen, um noch Marimba dazu zu spielen.

Zum Inhalt eurer Lieder; ihr bleibt euren Themenbereichen treu.

Wir bleiben unserem Hauptthema schon deswegen treu, weil das Leben selbst dieses Hauptthema ist, wir greifen nur die wichtigsten Aspekte auf: Liebe, sei sie glücklich oder häufiger unglücklich, der Tod, Geld, die Lebensfreude, usw.

Ganz neue Themen gibt es ja eh nicht, uns geht es aber darum, den ewigen großen Themen neue Sichtweisen abzuringen, den Witz daran zu erkennen, neue Bilder zu finden.

Immer wieder sagen Menschen nach dem Konzert, sie wären schlecht gelaunt oder gar unglücklich gekommen, jetzt aber ginge es ihnen gut. Und das, obwohl sie 2 ½ Stunden lang schwerpunktmäßig von Leid, Wut, übermäßigen Alkoholkonsum, dem Tod, usw. gehört haben, unterbrochen von gelegentlichen Aufforderungen zum Tanz.

Ich glaube, daß unsere ironische Distanz zu den Inhalten und natürlich die schmissige Musik von großer therapeutischer Wirkung auf unser Publikum ist.

Was haben wir von euren Konzerten zu erwarten?

Alle Lieder der neuen Platte natürlich, die besten unserer letzten CD, gespielt mit der für uns typischen Risikobereitschaft. Gut gekleidete Männer geben Einblick in ihr Innerstes, schreien sich die Seele aus dem Leib, manche von uns tanzen sogar.

Gibt es Pläne für die nächste Scheibe?

Die gibt es. Wir denken darüber nach, die Platte zu dem Motto zu machen, das jetzt schon auf unseren Plakaten steht: "Polka für die Welt", also die Polka in ihren Erscheinungsformen tiefer auszuloten, auch Gäste aus dem Ausland mit einzubeziehen. Sicher aber wird es bis zur nächsten CD nicht wieder fast 3 Jahre dauern!

 

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   HISS

Stefan Hiss

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