Das Sommer-Orchester 2005: Bericht und Bilder

Unterwegs in Sachsen

Nach vier europäischen Auslandsreisen hatte das diesjährige Sommerorchester der DHV-Akkordeonjugend Baden-Württemberg erstmals ein innerdeutsches Reiseziel. Basisquartier in der ersten Augustwoche war das Jugendgästehaus in Sachsens Landeshauptstadt Dresden, wo wir in geräumigen Doppelzimmern untergebracht waren und im gegenüberliegenden Theater „Wechselbad der Gefühle“ einen hervorragenden Proberaum zur Verfügung hatten. Und der wurde von Rolf Weinmann, dem Dirigenten des Sommerorchesters 2005, auch ausgiebig genutzt. Denn „obwohl wir im Juni ein langes Probenwochenende auf Burg Rabeneck bei Pforzheim und einen kompletten Probensamstag in der Jugendherberge Murrhardt hatten, braucht es seine Zeit, um aus 21 Preisträgern der vergangenen Landesmusiktage einen neuen und überzeugenden orchestralen Klangkörper zu bilden und dabei gleichzeitig ein großes Repertoire einzustudieren“, so der musikalische Leiter.


Zwei Tage später fand auch schon der erste Auftritt in der Frauenkirche Meißen statt. Im Rahmen der 800-Jahr-Feier zum Kirchenbestehen gab das baden-württembergische Auswahlorchester ein Benefizkonzert zum Erhalt der Orgel. Auf dem Programm stand unter anderem auch das dreisätzige Werk „Jubilate“ des Stutgarter Komponisten Marc-Oliver Brehm, der extra angereist war und sich unter den zahlreichen Zuhörern befand. Die Kollekte für den Orgelerhalt ergab stolze 233,- Euro, die wir dem Pfarrer für den Kampf gegen den Holzwurm überreichen konnten.


Vor dem Kuppelsaal von Schloß Pillnitz

Beeindruckend war auch die wunderbare Akustik im berühmten Kuppelsaal von Schloß Pillnitz. Diesmal überraschte uns der Komponist Hansjörg Staudacher mit seiner Anwesenheit. Er zeigte sich begeistert von der Interpretation seines Werkes „Visionen der Nacht“. Besonders der Mittelsatz mit den heftigen Pauken- und übrigen Schlagwerkeffekten geriet durch die Kuppel zu einem herausragenden musikalischen Ereignis. Das erfolgreiche Abschlusskonzert fand jedoch in der Dresdner Lukaskirche statt, wobei wir das Publikum um Spenden für den Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Lukaskirchturms baten.


Dresdner Zwinger

Für den nötigen Ausgleich zu den vielen Proben und Konzerten sorgte das von Bildungsreferent Claus Gregustobires ausgearbeitete tägliche Rahmenprogramm. Natürlich durfte eine große Führung durch die weltberühmte Kunst- und Kulturstadt Dresden mit seiner wechselvollen Geschichte nicht fehlen, und so begleitete uns gleich am ersten Tag Frau Staske über 3 Stunden mit vielen und ausführlichen Informationen über Zwinger, Hofkirche, Schloß, Brühlsche Terrasse (auf der das Orchester später spontan vor dem Café des Hilton-Hotels eine öffentliche Probe geben durfte), Fürstenzug und Taschenbergpalais bis hin zur wiederaufgebauten Frauenkirche.


Semper-Oper

Für den letzten Tag stand sogar eine Führung durch die berühmte Semper-Oper auf dem Plan. Weitere Ausflüge führten nach Stolpen (mit Besichtigung der Festung, auf der die Gräfin Cosel 49 Jahre in strenger Einzelhaft gehalten wurde), und mit der historischen Lößnitz-Dampfeisenbahn ging es von Radebeul nach Moritzburg, wo wir eine der seltenen Führungen durch das Landesgestüt mit seinen herrlichen Zuchthengsten wahrnehmen konnten.



Ebenso eindrucksvoll war die Fahrt mit einem Schiff der ältesten Raddampferflotte der Welt von Pillnitz elbabwärts zurück nach Dresden: großartige Landschaften auf beiden Seiten des Flusses, vorbei an Schlössern und Villen, unter dem „blauen Wunder“ hindurch, und nach der letzten Biegung dann die grandiose abendliche Silhouette der Dresdner Altstadt.


Hier trafen wir uns zum gemeinsamen Abschlußessen im Sophienkeller des Taschenbergpalais gegenüber der Schinkelwache. Während die einen ihren besonderen kulinarischen Spaß im sich drehenden Kettenkarussell hatten, erhielten die anderen an ihrem Tisch kurfürstlichen Besuch von August dem Starken.

auf Brautschau: August der Starke

Unter viel Gelächter wurden die Mutigen in das Ritual der Cosel-Träne eingeführt, und auch unser Busfahrer kam nicht ungeschoren davon: er wurde kurzerhand zum „König Johann“ gekrönt und erhielt als Dankeschön eine Magnumflasche Sekt mit Erinnerungsfoto-Etikett aller Teilnehmer des Sommerorchesters 2005 auf den Stufen des Reiterdenkmals vor der Semperoper.

So ging eine musikalisch und kulturell erlebnisreiche Woche zu Ende, die allen Beteiligten viel Spaß machte, bestimmt noch lange in guter Erinnerung bleiben und bei manchen vielleicht sogar zu einem ausgedehnten Urlaub im Bundesland Sachsen führen wird. Die Preisträger vom Landesmusiktag 2005 in Filderstadt (Solo, über 15 Jahre) werden jetzt schon gebeten, sich für das nächste AJ-Sommerorchester die erste Woche der Sommerferien 2006 zu reservieren.


Claus Gregustobires

Banner Akkordeonjugend Baden-Württemberg

 

 



Weitere Informationen:

Nachtreffen mit Konzert in Fellbach

Bericht und Bilder

Konzerte in Dresden, Meißen und Schloß Pillnitz

Prospekt (PDF)

Ausschreibung

Landesmusiktag 2005

Landesmusiktag 2004

Sommerorchester 2004: Bäriges aus Kroatien

Sommerorchester 2003

Landeshauptstadt Dresden


Kontakt:

Rolf Weinmann
Talstraße 5
72667 Schlaitdorf
Tel./Fax: 07127/21606
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