Sommerorchester 2004: Bäriges aus Kroatien

Akkordeon Musik- und Freizeitcamp in der ersten Augustwoche 2004

Es ist schon so etwas wie eine Tradition geworden, daß die Akkordeonjugend Baden-Württemberg die erfolgreichen Teilnehmer des Landesmusiktages und anderer Wettbewerbe im folgenden Sommer zu einer gemeinsamen Orchesterreise einlädt. Nach unseren Besuchen 2002 in Salurn/Südtirol und 2003 in Krakau führt die Reise dieses Jahr in die urschöne Karstregion an der kroatischen Nordadriaküste, zum...

Braunbärenrefugium Kuterevo - Kroatien

Das Biosphärenreservat und Naturpark Velebit, eine wildnisreiche und urschöne Karstregion an der kroatischen Nordadriaküste, ist Heimat eines einzigartigen Projektes zum Schutz des europäischen Braunbären geworden. Die Ortschaft Kuterevo, eine 700 Seelen zählende Berg-Gemeinde ist seit alters her ein Refugium für Menschen gewesen, die seit Jahrhunderten an den nördlichen Hängen des Velebitgebirges siedeln und dort ihre weithin bekannte Kuterevo-Holzmanufaktur (Musikinstrumente, Fässer, Bottiche, Kanister, Körbe, Klappstühle, Werkzeuge für Wald und Flur) betreiben. Das Zusammenleben mit Bär, Wolf und Luchs ist den Menschen hier von der sie umgebenden üppigen und urschönen Natur von Anfang an gegeben. Und der Meister Petz und sein Anhang sind in der Vergangenheit hier nicht immer geliebte Gäste gewesen. Dennoch steht die Dorfgemeinschaft der Gründung dieses Refugiums für gefährdete Wildtiere positiv gegenüber, und rechnet sich inzwischen festen Nutzen für die lokale Wirtschaft aus. Der Bär und Co. ist seitdem für die Menschen im Kuterevo-Tal in der neuen Rolle als Hoffnungsträger unterwegs.


Das Kuterevo-Refugium ist einzige artgerechte Bärenzuflucht in Kroatien. Die aufgenommenen Bären werden von Fachleuten der tiermedizinischen Fakultät in Zagreb fachlich betreut. Koordination der Realisierung des gesamten Projektprogramms haben ein Soziologieprofessor und ein Sozialpädagoge inne. Projektlobby ist Zagreber Ökozentrum „Wissen für die Umwelt“ und Träger der Aktivitäten vor Ort ist der Velebitverein Kuterevo. Das kroatische Umweltministerium steht dem Projekt positiv gegenüber und hat im ersten Jahr eine Anschubfinanzierung geleistet. Hauptsponsor ist Zagrebačka banka.


Das Projektprogram beinhaltet mehrere Projektmodule:

Bärenkinder-schutzstation: bereits gebaute Gehege für verwaiste Jungbären im Kindesalter;
Bären-waldpark: naturnahe Groß-Reviere für erwachsene „Bärenwaisenkinder“, einschließlich Wölfe und Luchse (in Planung);
Bären-ökoschule: Bärenforschungsstation, Kuterevo- Holzmanufaktur und Bärenerlebnisspielplatz (in Planung);
Bären-gästezentrum: Infopunkt, Ökocamp und Heu-Hotel für Refugiumbesucher (teilweise installiert);
Bärengrat-wanderpfad: Erlebnis- und Lehrwanderweg (42 km) mit touristisch-ökologischen Inhalten (teilweise installiert)

Erst zwei Jahre alt und obwohl noch nicht vollständig realisiert ist dieses Bärenschutzprojekt bereits mit ersten Bewohnern belegt. Schützlinge des Refugiums sind derzeit vier junge Bärenwaisen. Der einjährige Ljubo Lik wurde in letzter Minute vorm Verhungern gerettet. Sein Jahrgangskumpel Zdravi Gor wurde von Menschen abgegeben, die ihn aufgelesen und auf eigene Faust mehrere Wochen gefüttert hatten. Die zweijährige Janja Zora wurde in den Wäldern Bosniens umherirrend gefunden und zwei Monate in einer Fabrikhalle eingesperrt gehalten bevor sie ins Refugium kam. Der zweijährige Mrnjo Brundo wurde aus einem überschwemmten Fluss gerettet und ist als erster Bewohner der Schutzstation eine Medienberühmtheit geworden.


In Kroatien leben über 600 Bären in stabilen Populationen. Wegen dieser "Stabilität" sind die Tiere nicht (wie von Tierfreunden vielfach gefordert und in der „Berner-Konvention“ festgelegt) streng geschützt, sondern werden regel(ge)recht (bis regelwidrig) bejagt. Refugium-Idee ist vor allem auf die Anregungen aus den jagdkritischen Kreisen zurückzuführen inklusive einigen Jägern, die sich über die gewissenlosen Jagdgenossen aufregen, welche nicht davor zurückschrecken, auch Nachwuchs führende Bärenmütter als Trophäe zu betrachten um dann anschließend die mutterlosen Bärenkinder elendig krepieren zu lassen. Inzwischen wissen wir, dass nicht die Wilderer und gewissenlose Jagdgenossen die einzig Schuldigen sind.

Die Hauptverursacher dieser Bärentragödien sind vielmehr die zunehmenden Verkehrsströme am Rand der Bärenareale, in die manch eine Bärenmutter mit ihren Jungen gerät und von den Bärchen dann, mit oder ohne Verletzungen, dauerhaft getrennt wird. Aber auch die zunehmenden touristischen und forstwirtschaftlichen Aktivitäten, meistens ohne Rücksicht auf den Meister Petz und sein Verlangen nach Ruhe und Distanz, können dauerhafte Trennung der Bärenmutter von ihren Jungen zu Folge haben. Und da hilft es wenig, dass die jungen Tiere fürs erste ein Versteck finden mögen. Auf die Dauer ereilt sie der Hungertod, weil die vorgefundene Pflanzennahrung die Bärenmutter-Milch (mindestens 22% Fettgehalt, lebenswichtige Proteine) keineswegs ersetzen kann.

Inzwischen eine weit bekannte Anlaufstelle für verwaiste Bärchen soll das Bärenrefugium Kuterevo in Zukunft immer mehr das Kompetenzzentrum Bär und Ökologie werden. Denn, n eben der Rettung und Pflege der Bärenwaisen sind Information und Aufklärung wichtige Funktion des Bärenrefugiums geworden. Zahlreiche Besucher der Schutzstation werden dadurch für die zunehmenden Probleme der kroatischen Bären sensibilisiert und für den aktiven Bärenschutz motiviert. Dabei sind Kinder und Jugendliche die wichtigsten und die dankbarsten Adressaten dieser Aufklärungsarbeit. Sie können sich das noch am ehesten vorstellen wie die im Wald umherirrenden Bärenwaisenkinder in der Regel qualvoll verenden müssen, und reagieren dann auch betroffen wenn man ihnen offenbart dass den Bärchen bisher niemand geholfen hatte.

Das Bärchen als kuscheliges Stofftier und beliebtes Kinderspielzeug ist inzwischen universelles Kulturgut, und das Bärenrefugium als artgerechte Zuflucht für Bärenwaisenkinder und andere misshandelte Wildtiere soll es noch werden. Dies auf den Weg zu bringen, nachdem in Kuterevo die guten Voraussetzungen installiert, wird eine umfassende und gedeihliche Zusammenarbeit mit anderen Bärenfreunden und Tierschützern notwendig. Not wenden heißt: soviel materielle Hilfe der Spender und Sponsoren und noch mehr ideelle Hilfe der aktiven Unterstützer und Volontäre damit die Not des Bären und anderer Wildtiere aus dem Bärenreich zum besseren gewendet werden kann.


Brumm. ICP, Januar 2004

Banner Akkordeonjugend Baden-Württemberg

 

 


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Weitere Informationen:

Probenwochenende in Forbach

Bildergalerie vom Probenwochenende

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Hilferuf: Bärenbabys in Not

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Sommerorchester 2003

Braunbärenrefugium Kuterevo